
Tuesday, April 21, 2009





Dazu haben mich dann noch zwei sehr traurige Nachrichten aus Berlin erreicht: erst ist unser kleiner Rocko von uns gegangen und ruht jetzt im Hundehimmel und dann kam der nächste Schock, unsere langjährige Nachbarin hat sich entschieden, dass das Leben ihr nichts mehr zu bieten hat... Das sind die Momente, wo einem die Leute fehlen, die einen einfach mal in den Arm nehmen.
Aber liebe Menschen haben auch hier versucht mich aufzuheitern und so ging es am Mittwochabend zu den heissen Quellen. Der Tabacon Fluss wird durch den Vulkan erhitzt und es gibt eine Stelle, wo sich glücklicherweise noch kein Spa Resort drum gebaut hat und man ganz umsonst geniessen darf. Das Wasser hatte so 40 Grad und um einen herum waren überall Glühwürmchen. Da war der Kopf dann mal eine Weile etwas leichter. Punkt 8 Uhr kam dann ein Pärchen nach dem anderen und da wir nicht stören wollten, ging es nach Hause.
Am Sonntag hab ich endlich mal wieder die Möglichkeit gehabt, mit auf eine Tour zu gehen. Es ging zum Rio Celeste (celeste = himmelblau) und wie die Bilder beweisen, ist das alles andere, als übertrieben. Wir waren eine Gruppe von 8 Leuten, ausser mir waren noch eine Deutsche und 6 Kanadier dabei, allesamt Studenten. Besser hätte es nicht sein können. Nach einer 2 Stündigen Fahrt ging es auf eine 4 stündige Wanderung, die ganze Zeit an der Seite dieses unglaublichen Flusses. Reingehen war allerdings nicht erlaubt, da der Fluss ja nicht ohne Grund so blau ist. Auf Grund des Vulcans, fliesst Kalloid Silizium in den Fluss und genau an der Stelle der Reaktion färbt sich das Wasser dann aufeinmal himmelblau.
Die erste Station war eine Lagune, die so blau war, dass es schon fast in den Augen weh tat. Weiter ging die Wanderung zu einem Aussichtsturm, von wo aus man einen wunderbaren Blick auf den Montezume und den Tenorio Vulkan hatte. Dann kam der beste Teil – der Wasserfall. Hmmm...mir gehen die Synoyme für wunderschön aus. Naja, der war auf jeden fall atemberaubend :D Und hier durften wir dann sogar reinspringen. Ob das Folgen hat, sehen wir dann in ein paar Jahren. Nach einem erfrischenden Bad am Fusse des Wasserfalls, ging die Waderung dann dem Ende zu. Am Ausgangspunkt angekommen, gab es dann superleckeres essen- natürlich Reis mit Bohnen, was denn auch sonst. Und auf dem gesamten Rückweg hat die ganze Truppe gepennt. Und die Jenny hat sich auch gleich was Feines mitgenommen. Trotz drei Schichten Auktan haben alle Mücken an mir geklebt und schon auf dem Heimweg hat jeder Stich die Form eines Luftballons angenommen. Anscheinend hatte ich eine allergische Reaktion auf die Mückenart. Besonders meine rechte Hand hat ein interessante Form angenommen und gab mir beim Bewegen der Finger das Gefühl, als wolle sie platzen. Halb so schlimm, nehm jetzt seit zwei Tagen Tabletten und meine Hand ist langsam auch wieder als diese erkennbar. So wird auch diese Tour unvergesslich bleiben.
Tuesday, April 14, 2009





Letzts Wochenende stand spontan eine Freundin vor der Tür, die Donja, die ja gerade in San Jose ihr Praktikum macht, mit der ich den ganzen Tag am Pool verbracht habe. Die Eltern meiner Vermieterin waren nämlich mal Hotelbesitzer und dürfen den Pool noch nutzen. Sonntag ist sie dann auch schon wieder los. Es war mal wieder richtig gut, einen Bekannten um sich zu haben und über Leute zu tratschen, die man kennt.
Dieses Wochenende ging mein Laptop dann zum zweiten Mal in die Reparatur, da er mir schon eine Weile sorgen macht und ich nicht warten wollte, bis er den Geist aufgiebt.
Semana Santa
Diese Woche war auch in Costa Rica die Osterwoche „Semana Santa“. Hasen gehören leider nicht zur Tradition, aber eine ganze Menge andere Sachen. Dazu mehr im Laufe meiner kleinen Reiseerzählung.
Diese Woche war eine der schönsten überhaupt. Wir hatten Donnerstag und Freitag frei, da das hier die offiziellen Osterfeiertage sind. Da das also 4 Tage am Stück waren, dachte ich mir, pack ich die Gelegenheit am Schopf und schnupper mal ein wenig Strandluft. Am Montag hab ich mit Jonas, dem anderen deutschen Praktikanten kurz überlegt, welche Möglichkeiten es denn so gäbe. Wie der Zufall es will, schrieb mir dann der Fabian, der frühere Praktikant (ist schonmal in einer der früheren Geschichten aufgetaucht), dass er gerade am Strand von Mal Pais ist und wir doch auch kommen sollen, er würde uns auch 2 Hängematten reservieren. Wir haben ein wenig hin und her überlegt, aber waren doch ganz angetan von dem Gedanken. Dienstag machten wir dann den Plan, dass wir uns Donnerstag auf den Weg machen. Alles war so schön bedacht. Nur eins nicht....Mittwoch früh fragte mich dann Caro, meine Vermieterin, wie wir denn am Donnerstag dahin kommen wollen, da doch an den Feiertagen alle frei haben, also auch die Busfahrer. Also wirklich, wer macht denn sowas. Das ganze Land hat endlich mal frei und dann kommt man nicht vom Fleck. Naja, dann ging alles ganz schnell. Da also die einzige Chance war, am selbigen Mittwoch noch zu fahren, hab ich schnell die Erlaubnis von der Chefin eingeholt, früher zu gehen. Schnell nach Hause, Tasche packen und direkt zum Bus. Verschwitzt, aber glücklich haben Jonas und ich uns also am Bus getroffen. Und ja, da ja Donnerstag frei war, war wirklich ganz Costa Rica auf den Beinen, um noch schnell einen Ortswechsel zu unternehmen. Die kleine Reise von 250 km nach Mal Pais hat NUR 11 Stunden gedauert, sodass wir dann gegen Mitternacht den Ort unserer Bestimmung erreichten. Und das auch nur mit ganz viel Glück. Was ich da so schön im Internet an Verbindungen rausgesucht hatte, war ganz weit von der Realität entfernt. Nicht eine Abfahtszeit stimmte und so geschah es dann auch, dass dort, wo wir in den letzten Bus einsteigen wollten, der uns dann zum Reiseziel bringt, keiner mehr fuhr. Allerdings gab es noch einen Bus, der an Mal Pais vorbei fuhr und anscheinend nur mit Reservierung zu betreten war. Allerdings war dem Fahrer natürlich bewusst, dass da jetzt haufenweise Turisten sind, die gerne mitfahren würden, gegen jeden Preis der Welt. So hat er dann auch jeden mitgenommen, für sicher das doppelte des eigentlichen Preises und ein Ticket gab es auch nicht. Völlig überfüllt, bei 35 Grad ging es dann aber los und wir waren auch mehr als bereit den Preis dafür zu zahlen.
Aber wir sind wirklich angekommen. Aber der Spass sollte noch kein Ende nehmen. Versuch mal in tiefster Dunkelheit auf einem überfüllten Campingplatz den Fabian zu finden. Jap, das hat gedauert. Die Beschreibung war, er sein vorne am Strand rechts. Nach 5 Mal an ihm vorbeilaufen, haben wir dann die einzigen zwei Hängematten gefunden. Da es schon so spät war, war niemand mehr am Campingplatz, der uns dann unsere Hängematten geben konnte. Also haben wir die Campingnachbarn ganz lieb angeschaut und die haben uns bereitwillig eine Luftmatratze geliehen. Allerdings war diese völlig überflüssig, da die nach 5 Minuten keine Luft mehr hatte und wir gleich auf dem Boden hätten schlafen können.
Am Donnerstag haben wir dann endlich unser Hängemattenparadies errichten können. Denn das war es wirklich. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass man in denen so gut schlafen kann. So haben wir uns die nächsten vier Tage auch kaum aus den Dingern rausbewegt. Was für eine Erholung. Wir haben zum Wellenrauschen geschlafen (die Matten waren direkt am Strand unter Palmen), gebadet, gegessen, mehr geschlafen und mehr gegessen und ab und zu mal nach den ganzen durchtrainierten Surfen geschult. Von meinen 3 Surfversuchen erzähl ich lieber nur in aller Kürze. Alles was davon erwähnenswert ist, sind riesige Wellen, eine dicke Beule am Hinterkopf und ein blauer Fleck am Oberarm mit einem Durchmesser von 7 cm.
Am wunderschönen Strand von Mal Pais haben wir dann auch gleich vor Augen geführt bekommen, was passiert, wenn man diesen Ort zu sehr mag. Dort wohnt nämlich seit 15 Jahren der 42jährige Andi aus Deutschland. Der hat uns allen klar gemacht: Keine Macht den Drogen. Der und seine Freundin sind aufgestanden und haben statt zw Brot oder Brötchen, die Entscheidung LSD oder Koks getroffen. Ganz im Ernst, solche Menschen hängen einem ganz schön nach. Wie kann man sich jeden Tag aufs Neue so kaputt machen und einfach nichts anderes mehr erwarten?
Aber unser kleines Paradies hielt auch noch eine wunderbare Überraschung für uns bereit. Am Samstag war nämlich Full Moon Party. WOOOOW Beste elektronische Musik, mitten am Strand, mit tollen Leuten aus aller Welt und 30 Grad. Wer hats gemerkt? Richtig, Samstag war gar kein Vollmond mehr. Aber das hatte damit zutun, dass es in Costa Rica Donnerstag und Freitag, an den Osterfeiertagen, an denen Vollmond war, verboten war Alkohol zu verkaufen. Im Supermarkt waren die Kühlregale abgeklebt und Restaurants müssen um ihre Lizenz zum Alkoholausschank fürchten, falls sie es wagen sollten. Das Resultat ist zwar, dass ganz Costa Rica am Mittwoch Alkohol für einen ganzen Monat kauft, aber weiterdenken ist ja so eine Sache. Zumindest war darum die Party am Samstag, denn ohne Bar keine fiesta. Um zwei Uhr ging es an dem Abend ins Bett/Hängematte. Und das, wo wir Sonntag um 6 im Bus sitzen wollten. Den Wecker hat dementsprechend keiner gehört und der Bus ist ohne uns gefahren. Halb so schlimm, fährt ja der nächste um 8....dachten wir. Nicht so am Sonntag. Um also noch den richitgen Anschlussbus zu bekommen, mussten wir uns ein ganz schön teures Taxi leisten. Aber der Rest der Reise hat super gaklappt und wir sind nach 11 Stunden in La Fortuna angekommen.
Was für ein Wochenende. Jetzt hat mich das Costa Rica Fieber so richtig gepackt. Was für ein Land, was für wunderbare Leute, was für unglaubliche Strände...
Hoff, dass ich weiterhin den Block aktuell halten kann, da mein Laptop nämlich nach der „Reparatur“ gar nicht mehr funktioniert und da wohl nichts zu machen ist. Dumm gelaufen.
Tuesday, March 31, 2009


23 bis 30 März
In Woche 5 ist so richtig der Arbeitsalltag eingetreten. So ist es eigentlich erst am Wochenende richtig losgegangen.
Während ich diesen Satz beendet habe, fällt mir die große Lüge auf. Diese Woche waren 2 deutsche zu Besuch (Fabi und Ulli, beide Mitte 20), die vor 2 Jahren Praktikanten bei Mapache waren. Fabi war fast jeden Tag im Büro und hat mir den Alltag sehr erleichtert. Außerdem hat er mich am Dienstag mit zum Ecocentro Danaus mitgenommen. Dort gibt es auf einem kleinen künslich angelegten Gelände sehr viele verschiedene Baumarten, eine Baumschule für eine bedrohte Baumart ein Pfeilgiftfroschzelt und ein Mariposario. Letzteres ist ein Zelt, wo Schmetterlinge rumfliegen, darunter der handgroße königsblaube Morpho. Und man kann einfach reingehen. Das beim Rausgehen einer der Freunde die Freiheit gerochen hat und auf einmal vor uns den Weg nach draußen gefunden hat, bleibt Geheimnis dieses Blogs. Auch die nur 4 cm großen Fröschlis, die Faultiere und das eine Wapiti (mehr wollten sich nicht zeigen) waren eine kleine Attraktion. Ich wünschte, ich hätte mich in Mückenspray gebadet, dann hätte ich die 2 Stunden im Ecocentro vielleicht sogar richtig genießen können. Nach dem Besuch könnte es nämlich sein, dass es für Deutsche ein Einreiseverbot gibt, da man an meinem Beispiel vermuten könnte, die Beulenpest sein wieder ausgebrochen.
Der Rest der Woche war dann aber doch recht ereignislos und so gibt’s erst ab Samstag wieder was zu erzählen.
Da hab ich mir nämlich den richtigen Mist eingebrockt. Am Samstag war DAS Ereignis: Fußball: Mexiko gegen Costa Rica. Alle waren schon die ganze Woche über ganz zittrig, um Costa Rica mal wieder verlieren zu sehen. Da hab ich mir gedacht, lade ich mir doch die Arbeitskollegen ein und koche denen was Deutsches. Ich, die beste Köchin der Welt, hatte damit auch Grund, die ganze Woche zu zittern. Vor allem, weil ich der Deutschen Küche alles entlocken wollte und es daher Bratkartoffeln und Apfelkuchen geben sollte. Gab es auch. Die Bratkartoffeln sind sogar recht gut geworden, aber ein Glück, das keiner weiß, wie Apfelkuchen wirklich schmecken soll, und wenn wir erst von der Konsistenz reden...naja, gegessen haben alle und Leichen gab es wenige. Und obwohl Costa Rica natürlich verloren hat, war mit entsprechend viel Bier, der Abend echt unterhaltsam. Abends hat dann noch ein deutscher Couchsurfer vorbeigeschaut, ein paar Amis waren auch dabei und so war es mal wieder eine internationale Runde.
Kochen bzw Backen werde ich aber trotzdem nie wieder, da ich mich so derarten am Kuchenblech verbrannt habe, dass ich jetzt eine Fingerlange Brandblase am Bauch habe und bereits gefragt wurde, ob ich einen Kaiserschnitt hatte, oder mir Organe entfernt wurden. Tip: Man stelle kein heißes Kuchenblech auf den Tisch, um sich dann darüber zu beugen, um etwas zu greifen. Das Tattoo, welches mich für immer an Costa Rica erinnern sollte, kann ich mir somit sparen.
Am nächsten Morgen ging es dann schon früh raus, da wir Arbeitskollegen) die Cerro Chato (der kleine Bruder des Arenal Vulkans) Wanderung machen wollten. Ich glaube, wenn ich sage, dass man für 3 km 3 Stunden braucht, kann man sich den Schwierigkeitsgrad der Wanderung vorstellen. Dazu kommen noch 28 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit, schließlich geht es ja durch den Regenwald. Zu behaupten, ich hätte geschwitzt, wäre glattweg gelogen, ich habe getrieft und gestunken, dass mich nicht mal die Mücken wollten. Aber die Wanderung hat sich mehr als gelohnt. Vom Cerro Chato aus, ist man sieht man den Arenal Vulkan ganz nah und wir haben es ein paar Mal ordentlich krachen gehört, als er Lava Spuckte (die man bei Tageslicht aber nicht sieht). Das war ganz schön laut und als Stadtkind ist mir das Herz in die Hose gerutscht. Aber das war gar nicht das Ziel der Wanderung, das war nämlich das Paradies. An der Spitze angekommen, befindet sich eine Lagune, die an Schönheit kaum zu übertreffen ist. Die Farbe, die Vögel, die Stille und der Blick auf den Vulkan, da verschlägt es einem die Sprache. Da geht man den Rückweg dann recht leichtfüßig an. Naja ich leichtfüßiger als andere, da ein paar meiner Arbeitskollegen Vogelnarren sind und jeden Papageien 5 Minuten durchs Fernglas anstarren mussten um 10 mal zu sagen, wie schön er ist. So war ein kleines Grüppchen, derer ich einen Teil ausmachte, eine Stunden vor den anderen wieder zurück.
Halbtot, aber glücklich war den Rest des Abends nicht mehr viel mit mir anzufangen.
PS: Die Wanderung war übrigens eine Art Vorbereitung auf eine Wanderung die wir (Arbeitskollegen) vom 1 bis 4 Mai machen. Da geht es nach Corcovado auf der Halbinsel Osa, wo es jeden Tag 20km bei knallender Sonne, am Strand lang geht. Ich freue mich riesig auf die Natur, muss aber sagen, dass mir bei dem Gedanken an 4 Tage lang Sand in Socken und Krämpfe in den Waden, doch etwas mulmig wird.
Monday, March 23, 2009
Woche 4
Jetzt ist schon ein ganzer Monat um und ich bin hier richtig heimisch geworden. Die Zeit ist so schnell vergangen und langsam kehrt eine Art Alltag ein. Was natürlich noch lange nicht heißt, dass es langweilig wird.
Diese Woche hatten wir jeden Tag fantastisches Wetter und wir sind auf Arbeit dahin geschmolzen. Leider hat das Wetter auch eine kleine Insekteninvasion mit sich gebracht. Aber halb so schlimm, denn mein neuer bester Freund Zapo hilft mir fleißig. Zapo war so nett auch für eine Nahaufnahme zu posieren. Zapo lebt bei uns auf der Veranda und wartet bis mal wieder das Haus gefegt wird und man die ganzen Käfer vor die Tür fegt. Dann springt er einem fast auf Füße um sich über das Festmahl herzumachen. Allerdings mach ich mir langsam Sorgen, da er seit dem letzten Versuch ihn zu streicheln, nicht wieder aufgetaucht ist.
Und jetzt eine kleine Geschichte, von der alle lernen können: Wie fährt man am besten auf einem Motorrad mit....Diese Woche hatte ich das Glück, dass mich jemand abends mit zum Vulkan genommen hat, da man abends ja manchmal Lava sehen kann. Die Fahrt dorthin haben wir auf einem Motorrad verbracht. Mal sehen ob ich meine Fehlerliste noch zusammen kriege. Angefangen bei: auch wenn 25 °C draußen sind, man ziehe sich dick an. Zweitens: Lange Ohrringe sind ein absolutes No-Go. Sie drücken unterm Helm und knallen einem die ganze Zeit ins Gesicht. Auch von engen Hosen ist abzuraten, da man dahinten nicht so viel Spielraum hat, um dem Kneifen zu entkommen. Von Schminken ist absolut abzuraten, da der Fahrtwind einem die Tränen in die Augen jagt und man ziemlich zerstört ankommt. Daher auch unbedingt Taschentücher einpacken. Und zum Schluss für Frauen (und auch Männer) mit langen Haaren: Zopfgummi nicht vergessen. Das macht es sowohl für den Fahrer und seine Sicht als auch sich selber leichter.
Naja, aber angekommen sind wir trotzdem und es wurde auch ziemlich lustig. Es war super bewölkt und man hat nichts gesehen. Also standen wir eine Stunde ziemlich deprimiert rum, bis eine Gruppe von 20 10jährigen Amikindern sich hinter uns aufbaute. Die haben nach 10 Minuten im Chor losgelegt mit einem Gebet an den Vulkangott. Nachdem ich im ersten Moment eher genervt war, musste ich doch stauenen, als der Vulkan am Ende des Gebets anfing Lavasteine zu spucken. Das haben die dann noch 2 Mal wiederholt, und jap, es hat geklappt. Und schwuppdiwupp, die Gruppe ist wieder abgehauen und wir standen noch ein paar Minuten rum, ohne das was passiert ist. FAZIT: Positiv denken!
Positiv proaktiv hat mir diese Woche auch auf Arbeit sehr geholfen. Ich hab nämlich einen kleinen Erfolg, was meine Tätigkeitsbereich angeht, zu verbuchen. Nachdem ich immer mal wieder darauf eingegangen bin, dass ich ja BWL studiere und gerne Helfen würde, was die Überlegungen zur Überwindung der Weltwirtschaftskrise angeht, wurde ich Mittwoch zu einer Versammlung gerufen. Nach einem kurzen gemeinsamen Brainstorming, sind wir uns einig geworden, dass ich den nächsten Monat eine SWOT Analyse machen werde und dann auf Basis davon einen Verkaufsplan schreibe. Die Verantwortung, die ich habe, ist damit zwar um 100% gestiegen, aber ich habe wirklich Spaß auf Arbeit. Die ersten Stunden des Tages helfe ich weiterhin bei simplen Sachen, wie Reservationen oder machen Übersetzungen und danach kann ich mich selbstständig um die neuen Aufgaben kümmern. Ich bin mehr als zufrieden.
Nach einer angenehmen Arbeitswoche, war das Wochenende ziemlich ruhig. Am Samstag hat mich ein Arbeitskollege mit zu seiner Familie genommen, die einen kleine Farm 20 Minuten von La Fortuna haben. Dort hab ich so ziemlich die ganze Familie kennengelernt und 8 Stunden lang nur mit Essen verbracht. Zwischendurch gab es eine kleine Führung durch den Garten, bei welcher mir fast die Augen ausgefallen sind. In so einem durchschnittlichen Tico Garten sind nämlich Obstbäume zu finden, von denen der normale Mitteleuropäer im Leben noch nicht gehört hat. Ich kann mich an die ganzen Namen daher leider auch nicht mehr erinnern. Aber es gab Mange-, Avokado-, Zitronen-, Orangen-, Guanabana-, Guaba-, Grapefruit und Wasseräpfelbäume. Dazu noch 10 Bäume, die ich nicht kannte, Ananas und Bohnen und Yucasträucher. Was braucht der Mensch mehr zum Leben? Kugelrund und beeindruckt endete dieser Abend mit Slumdog Millionaire. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte das schnellstmöglich nachholen.
Am Sonntag war dann Kindergeburtstag angesagt. Lucas, der Sohn meiner Vermieterin wurde ganze 7 Jahre alt und im Hause der Großeltern wurden Freunde und Verwandte eingeladen. Nachdem ausgiebig gegessen und ein paar Runden mit den Kleinen gespielt wurde, hab ich versucht, möglichst unauffällig, den Heimweg anzugehen. Ich muss sagen ich hatte nämlich besseres vor. Eine Einladung auf eine Runde Need for Speed konnte ich mir doch nicht entgehen lassen. So konnte ich am Sonntagabend nochmal meine Liebe für Computerspiele wecken und eine alte Sucht hat sich mal wieder gemeldet. Man, wieso muss Playstation auch so viel Spaß machen?
Wednesday, March 18, 2009
Adresse
Jennifer Maass
Banco de Costa Rica
100 metros norte; 25 metros este
casa amarilla al fondo mano derecho
La Fortuna de San Carlos, Alajuela
Costa Rica
Monday, March 16, 2009
09 bis 15 März
Montag hat es mich zum ersten Mal getroffen: Heimweh. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn man zum Geburtstag seiner Geliebten so weit weg ist. Wäre echt gerne in Berlin gewesen, um die Geschenke persönlich zu überreichen.
Dienstag wurde das kleine Tief aber direkt wieder weggefegt und mit ganz vielen schönen Eindrücken ersetzt. Wie der Zufall einem manchmal so mitspielen kann ist schon witzig. Da ich an diesem Tag mein Netzwerkkabel für meinen Laptop vergessen hatte und der Akku runter war, bin ich einfach schon um 4 von der Arbeit angehauen, um zu Hause weiter zu machen. Kaum angekommen, stand Kirby vor der Tür um Kati und mich einzupacken, da ihr Gastvater (ein Tourgide) den Nachmittag frei hat und uns mal die Umgebung zeigen wollte. Das hat sich gelohnt. Endlich hab ich mal zu sehen bekommen, was man außerhalb von La Fortuna alles erleben kann. Als erstes ging es zu den heißen Quellen. Davon gibt es hier einige, die aber alle viiiieel Eintritt kosten. Er zeigte uns allerdings welche, direkt neben so einem Spaßbad sind, wo sie aber keinen Eintritt nehmen können, da das ein öffentlicher Teil ist. Wir waren kurz mit den Füßen drin, das ist ja echt unglaublich, wie warm der Fluss ist. Wie er uns dann auch zu erklären wusste, kommt der Tabacon Fluss vom Vulcan und ist dann dementsprechend warm. Der Flusslauf wird immer mal wieder von kleinen natürlichen Becken geprägt, wo sich dann die Thermalbäder drum gesammelt haben. Naja, und in der einen Ecke, kann man eben noch so rein. Das steht auch schon fest eingeplant.
Danach, als wir gerade Gas geben wollten, sammelte sich eine Gruppe Nasenbären auf der Straße, die ziemlich Furchtlos waren. Da ich kleines Stadtkind natürlich noch nie Nasenbären gesehen habe, musste ich mir erstmal erklären lassen, was das da ist. Sind echt putzige Viecher, aber machen einem auch ganz schön Angst, da die einfach auf einen zu kommen, in der Hoffnung, dass man wie die meisten Touris was zu Mampfen mitgebracht hat. Nach ein Bisschen ach-wie-süß“ ging es weiter zum Lago Arenal, der wenn ich das richtig gehört habe, ein Stausee. Die Bilder sprechen denke ich für sich. Echt der Hammer. Ein paar meter weiter befindet sich das Gelände, wo man den Regenwald über hängende Brücken erkunden kann. Die sind ewig lang und ewig hoch und wenn man drauf läuft auch noch ganz schön wackelig. Da wir so lieb gucken können, durften wir auf die erste Brücke, ohne Eintritt für ne ganze Tour bezahlen zu müssen. Da wirds einem ganz schön übel, vor allem wenn ein Witzbold von Tourgide am Ende wartet bis alle in der Mitte sind und wie ein Bekloppter anfängt zu springen. Da steht man dann total ungesichert auf hundert Meter Höhe und macht sein Abschiedsgebet. Als er die Blässe einem meinem Gesicht bemerkte, sind wir dann ganz forsichitg zurück gegangen. Auf dem Rückweg sind wir dann zu einem Punkt gefahren, von dem aus man manchmal Lava sehen kann. Da es schon dunkel war, hatten wir echt das Glück zu sehen, wie ein paar kleine Bröckchen sich glühend auf den Weg nach unten machten. War zwar nicht viel was man da gesehen hat, aber immerhin. 3 Stunden später waren wir dann wieder zurück, und die kleine Jenny war wieder glücklich.
Am Mittwoch war dann wieder ein FAST ganz normaler Tag, der von 10 ganz besonderen Sekunden geprägt wurde. Irgendwann zwischen 11 und 12 saß ich da so vor meinem PC und dachte, ach Mensch, ich sollte was essen, irgendwie schwindelts mir, bis die Dame neben mir meinte, ob ich das auch fühle. Ahhhhhh....das war ein Minierdbeben. Am nächsten Tag stand in der Zeitung, dass es im Süden des Landes mächtig Schäden angerichtet hat. Am Abend hatten wir dann eine kleine Fiesta zu Hause, da ein Arbeitskollege Geburtstag hatte. Also wurden alle zu uns eingeladen um zusammen zu essen. Jajajaja, sicher doch, natürlich hat jeder Bier mitgebracht und so wurde der Abend recht lustig und die Nacht viel zu kurz.
Cano Negro
Am Samstag durfte ich für ganz umsonst mit auf eine Tour von meinem Unternehmen gehen. Ich musste dafür zwar schonwieder um 6:30 Uhr aufstehen, aber es hat sich gelohnt. An Bord waren noch zwei Deutsche, eine Kanadierin und zwei Amis plus Kind. Wir sind mit dem voll klimatisierten Mini Bus bis zu „Los Chiles“, an der Grenze zu Nicaragua gefahren, wo wir in ein Boot umgestiegen sind um den Rio Frio zu erkunden. Ach ja, vorher haben mir mit dem Bus noch einen kleinen Zwischenstopp gemacht. Es gibt auf der Strecke nämlich eine Brücke, von der aus man in eine Baumgruppe gucken kann, wo so viele Leguane herumspritzen, dass es fast lächerlich scheint. Vor meinem Auge hat sich da folgendes Bild ausgemalt: Morgens um 6:30 kommt ein LKW und schüttet eine Ladung Iguanas in die Bäume. Einige saßen nämlich sogar auf den Brückenpfeilern, wo für die eigentlich kein Hinkommen sein dürfte. Nagut, man weiß es nicht, Wunder geschehen, also weiter im Text und zurück zum Rio Frio.
Dort sind wir 3,5 Stunden umhergeschippert um die Flora und Fauna zu bestaunen. Unsere Guides sind echt unglaublich gewesen. Wir fahren und fahren und dann ruft plötzlich einer von denen „hey ein Basilisk“. Die Dinger sind vllt 20 cm groß und haben genau die gleiche Farbe wie jedes Blatt. Nachdem die die gesehen habe, hab ich nochmal 5 Minuten gebraucht, bis mein Auge irgendeine Form im Grün erkennen konnte. Die haben Vögel im Dicht der Bäume gesehen, da kann echt kein Normalsterblicher mithalten. Aber so haben wir auf der Fahrt ein Faultier, drei verschiedenen Affenarten, viele Vögel, einige Alligatoren und Basilisken gesehen- Ach ja und nicht zu vergessen, viele 'Vacas Flacas' = dürre Kühe, die ab und zu mal das Ufer schmückten. Zwischendurch haben wir dann gehalten um zu picknicken.
Der Tag hat sich gelohnt. Völlig verbrannt aber zufrieden hab ich den Rest des Abends dann gechillt.